Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation

Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation

Was ist Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation? – Es ist inzwischen Alltag in Unternehmen, aber auch bei Dienstleistern für Technische Dokumentation: Die Schlussredaktion wird im Vier-Augen-Prinzip ausgeführt, das Berufsbild des Korrektors wurde weitgehend verdrängt. Das bedeutet: Jeder Technische Redakteur ist zugleich auch Korrektor. Wie gestaltet sich das in der Praxis? Wie werden die Redakteure auf diese Aufgabe vorbereitet?

Die neue Wartungsanleitung liegt druckfrisch in der Redaktion. Alle Mitarbeiter, die an ihrer Entstehung beteiligt waren, scharen sich in gespannter Erwartung um die grauen Kartons. Sie möchten endlich das Ergebnis wochenlanger Arbeit und Mühen in Händen halten. Sie möchten anfassen, wofür sie viele Überstunden geleistet haben.

Einer aber steht abseits – einer, mit einem Grummeln im Bauch, mit einem latent mulmigen Gefühl, seit das Druck-PDF an die Druckerei verschickt wurde. Er weiß, dass jeder Fehler in dieser Anleitung sein Fehler sein wird. Die Vorgesetzten werden fragen: „Wer hat denn das Korrektur gelesen?“ Und man wird auf ihn zeigen.

Am Anfang

Kein Szenario, keine Geschichte, sondern eine Situation, die jeder kennt, dem man als Technischer Redakteur schon einmal die Aufgabe des Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation übertragen hat. Ohne die nötige Sicherheit und ohne wirkungsvolle Einarbeitung hatte man ihn freundlich aufgefordert, alle Fehler einer Publikation zu finden und zu korrigieren. Ein Lehr- oder Fachbuch zu dem Thema? „Nichts zu bekommen“, hat die Sekretärin gesagt. Auf Amazon sei nichts zu finden, und der Buchhändler könne auch nicht helfen.

Also die erfahrenen Kollegen gefragt. Die sollten es ja wissen. Aber erneut nur Absagen. Keiner kann ihm sagen, wie er diese Aufgabe angehen soll, wie Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation richtig funktioniert. Einer hat einen Tipp: Er solle sich in eine ruhige Ecke verziehen, wo er ungestört ist. Das sei das Wichtigste. Viel Ruhe und gutes Licht.

Also ran an den Feind. Schließlich ist man ja Redakteur – Technischer Redakteur sogar. Und noch ein guter dazu. Wär doch gelacht, wenn man sich von dieser Aufgabe beeindrucken ließe.

Die anerkannte Praxis

In der Technischen Dokumentation können Unternehmen das Korrektorat oft nicht in professionelle Hände geben: Die Produkte, die beschrieben werden und deren Anwendung dokumentiert wird, sind noch nicht auf dem Markt. Deshalb unterliegen die Arbeiten an ihren Begleitdokumenten höchster Geheimhaltung. Das klassische Outsourcen ist damit keine Option. Hauptamtliche Korrektoren können sich nur die Großen der Branche leisten. Die Alternative heißt „Vier-Augen-Prinzip“. Jeder Redakteur wird auf diese Weise der Korrektor seines Kollegen.

Vorteile des Vier-Augen-Prinzips 
  • Die meist sensiblen Dokumente bleiben im Haus.
  • Die Kollegen, die ihre Arbeit gegenseitig prüfen, stecken im Thema, auch inhaltlich.
  • Die Redakteure verbessern sich gegenseitig, indem sie die Texte des anderen lesen. Ein guter Stil und präzise Formulierungen können sich so über das gesamte Unternehmen verbreiten.
  • Es stehen meist genügend Mitarbeiter zur Verfügung; das verhindert personalbedingte Verzögerungen.
  • Dokumente müssen nicht per Post oder online verschickt werden; das spart Zeit und Kosten.
  • Die Korrekturen können sofort mit dem Kollegen besprochen werden, der sie ins Layout eingepflegt. Das bringt Sicherheit im Arbeitsablauf.

Das gegenseitige Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation hat aber auch Nachteile: Nicht jeder gute Redakteur ist automatisch auch ein guter Korrektor. Viele Technische Redakteure müssen diese Aufgabe übernehmen und werden für jeden nicht korrigierten Fehler zur Verantwortung gezogen. Das ist dann nämlich ihr Fehler, auch wenn sie für diese Aufgabe nicht ausgebildet oder geschult wurden. In vielen Redaktionen werden Dokumente immer von zwei Redakteuren geprüft, das reduziert die Gefahr, dass Fehler übersehen werden. Dieses deutlich zeitaufwendigere System allein bietet aber keine Garantie für fehlerfreie Texte.

Wo setzt man also an, wenn es um sicheres und zugleich effizientes Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation geht? Um zu verstehen, wie unser Gehirn dabei vorgeht, richten wir den Blick auf unsere Aufmerksamkeit und Lesegewohnheiten. Sie beeinflussen das Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation in erheblichem Maße. Entscheidend dabei ist unsere Wahrnehmung während des Lesens: die Art, wie wir einen Text erfassen, in welche Bestandteile wir ihn zerlegen und was mit dem Wahrgenommenen in unserem Gehirn geschieht.

Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation

Wichtig ist, dass an verschiedenen Stellen im Prozess unterschiedliche Korrekturläufe stattfinden, mit dem Ziel, die Fehler dort zu korrigieren, wo eine Korrektur die geringsten Kosten verursacht.

Das Lesen als Gewohnheit

Die verschiedenen Lesegewohnheiten lassen sich, gestaffelt nach der Ausprägung der Lesefähigkeit, in vier Ebenen unterteilen. Eine oder mehrere dieser Ebenen hat jeder von uns erreicht, je nachdem, wie viel er liest, was er liest und mit welcher Zielsetzung er liest.

1. Ebene: Buchstabe für Buchstabe

Ungeübte Leser setzen beim Lesen die Wörter aus einzelnen Buchstaben zusammen, ähnlich wie Kinder, die das Lesen lernen. In diesem Stadium des Lesens als kognitive Wahrnehmung geht es ausschließlich darum, das Geschriebene inhaltlich zu erfassen und zu verstehen.

2. Ebene: das Wort als Bild

Geübtere Leser erkennen Wörter als Bilder. Das geschieht aber nur, wenn ein Wort bereits häufig in genau der gleichen Schreibweise gelesen wurde. Dann gleicht das Gehirn dieses Wort mit den bereits gespeicherten, weil häufig gelesenen Wörtern ab und ordnet es einem dieser Wörter zu. Das Gehirn schließt sofort alle Wörter von diesem Prozess aus, deren Form stark von der des soeben wahrgenommenen Wortes abweicht. Je feiner dieser Ausschluss erfolgt und je schneller dieser Prozess abläuft, desto flüssiger wird das Lesen. Um Wörter als Bilder erkennen zu können, müssen wir unser Gehirn ausreichend programmiert haben. Das geschieht durch intensives Lesen, aber auch durch Schreiben. Deshalb darf an dieser Stelle behauptet werden, dass nur der die Wörter als Bilder erfassen kann, der selbst viel liest.

3. Ebene: schnell lesen

Die nächste Ebene der Lesegewohnheit ist das Schnelllesen. Dabei erfasst das Gehirn Satzteile oder ganze Sätze mit einem Blick – eine Fähigkeit, die ein noch intensiveres Lesetraining erfordert. Das Gehirn muss mit den wahrgenommenen Satzteilen oder Sätzen mehrfach gefüttert worden sein, um sie als Bild abspeichern zu können. Beim Schnelllesen ist einzig der Inhalt des Textes relevant und soll zügig in Information umgesetzt werden. Stil und Wortwahl stehen bei dieser Lesart nicht im Vordergrund.

4. Ebene: selektiv lesen

Beim selektiven Lesen, auch Querlesen genannt, werden aus einer großen Textmenge Schlagwörter oder bestimmte Wortgruppen herausgefiltert. Bei dieser Technik geht es nicht um das schnelle Erfassen von Inhalten, sondern um die gezielte Suche nach Begriffen. Auch beim selektiven Lesen werden Wörter als Bilder wahrgenommen und mit gespeicherten Begriffen abgeglichen, allerdings mit dem Ziel, Textpassagen, beispielsweise für eine Beschreibung, auszuwählen.

In der Praxis bleibt es aber nicht bei einer Lesetechnik; mal wird schnell gelesen, mal werden Passagen auf der Suche nach interessanten Informationen „überflogen“, und bei unbekannten Begriffen setzt mitunter auch der versierte Leser das Wort aus Buchstaben zusammen.

Der Korrektor und seine Lesegewohnheiten

Es ist nun nachvollziehbar, warum die eigenen Lesegewohnheiten das Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation beeinflussen. Denn Wörter und Sätze auf ihre Richtigkeit zu prüfen, entspricht nicht dem gewohnten Zweck des alltäglichen Lesens, nämlich den Inhalt des Geschriebenen aufzunehmen oder den Text nach bestimmten Begriffen zu durchforsten. Korrektoren dagegen müssen sich vom Inhalt des Gelesenen distanzieren, zumindest in zwei von drei Korrekturdurchläufen. Ihre vorrangige Aufgabe ist es, zu prüfen, ob der Text plausibel ist und ob Rechtschreibung und Grammatik fehlerfrei sind. Doch gerade wenn ein Text spannend ist, neue Informationen bietet, gerät der Korrektor leicht in den Modus des „normalen“ Lesens – manchmal ohne es zu merken. Auf diese Gefahr des inhaltlichen Lesens hat bereits Werner Kreutzmann in seinem Werk „Die Praxis des Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation “ hingewiesen [1].

Fest verankerte Lesegewohnheiten bergen das Risiko, Fehler zu übersehen: Die Erfahrung hat gezeigt, dass das Umstellen vom alltäglichen Lesen auf den „Korrekturlese-Modus“ trainiert werden muss. Wie aber unterscheidet sich die Wahrnehmung beim Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation beispielsweise vom Schnelllesen? Wie kann es passieren, dass Fehler trotz intensiven Lesens und besten Wissens „durchrutschen“?

Das Wortbild

Die Buchstaben eines Wortes verleihen dem Wort seine spezielle Form, aber nicht alle Buchstaben haben in diesem Wortbild den gleichen Rang. Prägend sind vor allem die Buchstaben mit Ober- oder Unterlängen, weil sie die Form des Bildes maßgeblich gestalten. Sie sind die so genannten Leitbuchstaben, die das Erkennen der Wörter als Bilder verkürzen. Die Buchstaben ohne Ober- oder Unterlängen, zu denen auch die Wortendungen zählen, ergänzen lediglich das Bild, sie werden vom Leser in erheblich geringerem Maß wahrgenommen.

Buchstabenfolgen

Meist steckt der Teufel im Detail, so auch der Fehler. So lassen sich vertauschte Buchstaben oft erst beim genauen Hinsehen enttarnen. Warum? Häufig gesehene und als richtig abgespeicherte Buchstabenfolgen können das Wortbild überlagern. Das heißt, das Gehirn stellt vertauschte Buchstaben unbemerkt um, „korrigiert“ das Gelesene, und wir nehmen den Fehler nicht bewusst wahr.
Einige Buchstabenfolgen begegnen uns in der deutschen Sprache sehr häufig, andere dagegen eher selten. So zum Beispiel die Buchstabenfolgen

  • „tk“ (sehr selten): Dr. Oetker (Eigenname), zusammengesetzte Wörter wie Rotkehlchen gelten hier nicht.
  • „kt“ (häufig): Traktion, praktisch, Aktie, Hektar, Oktave, Traktor
  • „tf“ (sehr selten): Litfasssäule (Eigenname)
  • „ft“ (häufig): kräftig, Schaft, Halfter, Heft

Beispiele, wie Wortbilder von Buchstabenfolgen überlagert werden:

  • Die Reifen ließen keine bessere Tratkion zu, deshalb konnte der junge Bauer die Ernte auch mit dem neuen Tratkor nicht zeitig einbringen.
  • Den Hebel nun mit krätfigen Bewegungen mehrmals herunterdrücken.
  • Die Buchse wird mit Spielpassung auf dem Schatf montiert.

In den Beispielen muss man schon genau hinschauen, um einen Fehler zu entdecken. Das liegt allerdings auch am Kontext, in dem sie stehen. Aus dem Kontext Buchse lässt sich beispielsweise sofort erkennen, dass ein Schaft gemeint ist; und die Reifen erzwingen förmlich das Wort Traktion.

Das Gehirn meint es zu gut mit uns
Wie sehr der „Korrektor in unserem Kopf“ das bewusste Korrigieren erschweren kann, lässt sich gut an einem Text nachweisen, der 2003 als angeblich britische Studie durch das Internet stromerte und sich in kürzester Zeit verbreitete: „Gmäeß eneir Sutide eneir enlgihcsen Uvinisterät, ist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wrot snid, das ezniige, was wcthiig ist, ist dsas der estre und der lztete Bstuabche an der ritichegn Psitoion snid. Der Rset knan toatelr Bslnödin sien, tedztorm knan man ihn onhe Permoble lseen. Das ist so, wiel wir nciht jeedn Bachustebn enzelin leesn, snderon das Wrot als Gseatems.“
Es reicht tatsächlich, wenn der erste und der letzte Buchstabe an ihrer angestammten Position stehen. Der Rest dazwischen braucht keine feste oder korrekte Reihenfolge. Unser Gehirn stellt richtig, was de facto nicht wahrgenommen werden kann, weil es nicht dort steht.

Rosinenpicker im Kontext

Das ist wohl jedem Korrektor schon passiert: Nach der Schlussredaktion geht eine Anleitung in den Druck. Und was ist das Erste, was der Kunde macht? Er zeigt auf einen Fehler, noch ehe er das Werk richtig aufgeschlagen hat. Für dieses Phänomen gibt es eine Erklärung:
Wörter, die im Kontext stehen, werden auch im Kontext wahrgenommen. Durch die umgebenden Wörter wird offensichtlich, welches Wort an eben dieser Stelle stehen muss. Und genau dieses Wort lesen wir – oder glauben wir zu lesen. In Wirklichkeit unterstellt unser Gehirn, dass dieses Wort so dort steht, ohne dass unsere Augen dieses Bild tatsächlich geliefert haben. Dass der Begriff falsch geschrieben ist, entgeht uns dabei.

Schlagen wir aber eine Seite in einem Buch, einer Broschüre oder einer Zeitung auf und schweift unser Blick wahllos über die Wörter, fehlt uns der Kontext, und wir betrachten ein Wort losgelöst, separat. Wir sind also darauf angewiesen, das Wort zu „lesen“ oder es zumindest gründlich mit dem Wortbild im Gehirn abzugleichen. Dass der Fehler auf diese Weise schnell als solcher entlarvt wird, ist nachvollziehbar.

Abgleichmuster

Selbst wenn wir Wortteil für Wortteil wirklich lesen, bleibt uns mancher Fehler verborgen, zumindest auf den ersten Blick. Der Grund: Manche Wörter, die unser Gehirn abgespeichert hat und zum Vergleich bereitstellt, sind dem gelesenen Wort so ähnlich, dass ein Fehler nicht erkannt wird; nämlich genau dann, wenn das Wort an der Stelle zwar falsch ist, unser Gehirn aber dennoch ein Abgleichmuster findet: „gegenteilig“ sollte geschrieben werden, „gegeneilig“ wurde getippt. Der Korrektor hat beide Teile des zusammengesetzten Wortes als bekannt wahrgenommen und deshalb nicht Alarm geschlagen – übrigens auch ein großes Problem bei Rechtschreibprogrammen.
Die maschinellen Helfer – Fluch oder Segen?

So wenig sich Textverarbeitungsprogramme als zuverlässige Hilfe bei der Rechtschreibprüfung eignen, so hilfreich ist ihre Suchfunktion in Verbindung mit der Funktion „Ersetzen“. So genannte Massenfehler wie doppelte Leerzeichen, Leerzeichen vor Komma, vertauschte Buchstaben („oi“ statt „io“) oder falsche Anführungszeichen lassen sich mit der richtigen Suchen-Ersetzen-Routine schnell finden und korrigieren. An dieser Stelle sei aber davor gewarnt, das „Ersetzen“ automatisch und damit autark durch das Dokument zu schicken. Vielmehr muss der Technische Redakteur jede Änderung, die das Programm vorschlägt, einzeln bestätigen.

Werden solche Suchläufe ausgeführt, bevor der Text in das Layout importiert wird, reduziert sich der zeitliche Aufwand für den Grafiker erheblich. Ein Beispiel aus der Praxis macht es deutlich: Von 274 ausgezählten Fehlern verursachten während der Korrektur 17 (mehr als 6 Prozent) einen ungewollten Seitenumbruch. 43 Fehler wurden mangelhaft oder gar nicht korrigiert oder entstanden während der Änderungen.

Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation

Die Auswirkung der Fehler auf das Layout – über sechs Prozent der Korrekturen verursachten Seitenumbrüche oder die Verlängerung von Textrahmen.

Korrekturzeichen

Korrekturzeichen nach DIN 16511 sind im täglichen Umgang mit Korrekturausdrucken und Korrekturfahnen unverzichtbar. Sie reduzieren den zeitlichen Aufwand für die Kennzeichnung der Fehler und erleichtern zugleich die Zuordnung von Fehler und Markierung am Seitenrand. Sie sind damit ein Muss für effizientes Korrekturlesen.

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Fazit

Jeder Fehler eines Technischen Redakteurs oder Grafikers, den der Korrektur lesende Kollege nicht findet, wird zu dessen Fehler. Aber auch ihm müssen Fehler zugestanden werden. Ganz entscheidend für (nahezu) fehlerfreie Dokumente ist die Sicherheit des Korrektors bei seiner Arbeit, und die würde durch eine überzogene Erwartungshaltung verringert. Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation ist eine Gratwanderung zwischen der Anforderung, keinen Fehler zu übersehen, und dem Faktor Mensch. Unfehlbarkeit beansprucht bereits eine andere Instanz für sich, aber auch der Nachlässigkeit rede ich hier nicht das Wort. Vielmehr sollten Mitarbeiter, die mit dem Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation betraut sind, auf diese komplexe wie verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet werden, denn Abitur und Studium allein machen noch keinen guten Korrektor aus.

Drei Tipps für gutes Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation
  1.  Ein wichtiger Faktor beim Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation ist die Konzentration. Konzentration erfordert Ruhe; nichts darf den Korrektor ablenken. Deshalb sind Mehrplatzbüros oder gar Großraumbüros zum Korrigieren gänzlich ungeeignet, wenn dort gesprochen oder telefoniert wird. Ein ruhiger Arbeitsplatz ist die erste Voraussetzung für gutes und sicheres Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation.
  2.  Um Tippfehler zu erkennen, reicht es nicht aus, uns auf unser Wissen um die korrekte Rechtschreibung und unsere Wahrnehmung der „Wortbilder“ zu verlassen. Es gilt, nicht nur als Leser Erfahrung zu sammeln, sondern auch als Korrekturleser. Viele der typischen Stolperfallen lassen sich nur durch Übung und Selbstbeobachtung umgehen.
  3. Der erste Blick auf eine neue Seite sollte ein schweifender Blick sein. So werden alle Textelemente erfasst, auch solche, die im gewöhnlichen Lesefluss nicht berücksichtigt werden, weil sie beispielsweise in einem Infokasten, unter einem Bild oder in einer Tabelle stehen. Auch Wörter, die als grafisches Element eingesetzt werden, müssen geprüft werden, ebenso Texte, die in Bilder montiert werden wie Schriftzüge auf Firmengebäuden oder Kraftfahrzeugen. Werden diese Elemente zuerst gelesen, können sie nicht in Vergessenheit geraten.

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1 Antwort

  1. 11. Mai 2018

    […] Die relevanten Korrekturzeichen im Überblick Korrekturzeichen nach DIN 16511 sind im täglichen Umgang mit Korrekturausdrucken und Korrekturfahnen unverzichtbar. Sie reduzieren den zeitlichen Aufwand für die Kennzeichnung der Fehler und erleichtern zugleich die Zuordnung von Fehler und Markierung am Seitenrand. Sie sind damit ein Muss für effizientes Korrekturlesen in der Technischen Dokumentation. […]

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