Übersetzung

Übersetzung

Unter Übersetzung versteht man in der Sprachwissenschaft einerseits die Übertragung eines (meist schriftlich) fixierten Textes von einer Ausgangssprache in eine Zielsprache, sie wird auch als „Übersetzen“ bezeichnet, anderseits versteht man darunter das Ergebnis dieses Vorgangs.

Übersetzung

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Zur besseren Unterscheidung wird das Produkt eines Übersetzungs- oder Dolmetschvorgangs (einer Translation) auch als Translat bezeichnet.

Die Übersetzung fällt gemeinsam mit dem Dolmetschen unter den Begriff Sprach- und Kulturmittlung (Translation). Der maßgebliche Unterschied zwischen Übersetzen und Dolmetschen liegt in der wiederholten Korrigierbarkeit des Translats. Wiederholte Korrigierbarkeit erfordert in aller Regel einen Zieltext, der in Schriftform oder auf einem Klangträger fixiert ist und somit wiederholt korrigiert werden kann, sowie einen in ähnlicher Weise fixierten Ausgangstext, den man wiederholt konsultieren kann. Liegt diese wiederholte Korrigierbarkeit vor, spricht man von einer Übersetzung. Ist jedoch der Ausgangstext oder der Zieltext nicht fixiert, weil er nur einmalig mündlich dargeboten wird, spricht man vom Dolmetschen. Veranschaulichen lässt sich das Prinzip anhand des Vom-Blatt-Dolmetschens: Hier liegt zwar der Ausgangstext schriftlich vor, aber der Zieltext ist nicht oder nur sehr eingeschränkt korrigierbar, da er nur gesprochen wird.

In der Sprachdidaktik wird häufig der Begriff Mediation verwendet. Im Unterschied zur Translation hebt der Begriff Mediation hervor, dass sich der Übersetzer oder Dolmetscher als Mediator in einer Vermittlungsposition zwischen zwei Personen befindet, die keine gemeinsame Sprache sprechen.

Lokalisierung

Lokalisierung bezieht sich auf die Angleichung eines Produkts, einer Anwendung oder eines Dokuments, um der Sprache, den kulturellen oder anderen Anforderungen eines bestimmten Zielmarktes (ein lokaler „Schauplatz“) zu entsprechen.

Lokalisierung wird manchmal als „l10n“ geschrieben, wobei 10 der Zahl der Buchstaben zwischen „l“ und „n“ im englischen Wort „localization“ entspricht.

Auch wenn sie oftmals nur als Synonym für die Übersetzung der Benutzeroberfläche und Dokumentation angesehen wird, ist Lokalisierung häufig eine wesentlich komplexere Angelegenheit. Sie kann Anpassungen im Bezug auf die folgenden Punkte mit sich bringen:

  1. Numerische, Datums- und Zeitformate
  2. Einsatz von Währung
  3. Tastaturgebrauch
  4. Vergleichung und Sortierung
  5. Symbole, Zeichen und Farben
  6. Texte und Grafiken, die Verweise auf Objekte, Aktionen oder Konzepte beinhalten, die in einem bestimmten Kulturkreis fehlinterpretiert oder als unsensibel angesehen werden können
  7. Abweichende gesetzliche Bestimmungen
  8. und viele weitere Dinge.

Lokalisierung kann es sogar notwendig machen, Logik, visuelles Design und Darstellung umfassend zu überdenken, wenn die Art des Geschäfts (zum Beispiel Rechnungswesen) oder das jeweils übliche Lernparadigma (zum Beispiel Fokus auf Individuen oder Gruppen) in einem gegebenen Kulturkreis wesentlich von dem der Ursprungskultur abweicht.

Internationalisierung

Die Definitionen von Internationalisierung schwanken. Die vorliegende ist eine Arbeitsdefinition zur Verwendung mit Materialien der W3C-Internationalisierungstätigkeit. Einige Leute gebrauchen andere Begriffe wie zum Beispiel „Globalisierung“, um sich auf dasselbe Konzept zu beziehen.

Internationalisierung entspricht dem Design und der Entwicklung eines Produkts, einer Anwendung oder eines Dokuments, das leichte Lokalisierung für Zielgruppen, die in Kultur, Region oder Sprache variieren, ermöglicht.

Internationalisierung wird oft als „i18n“ geschrieben, wobei 18 der Zahl der Buchstaben zwischen „i“ und „n“ im englischen Wort „internationalization“ entspricht.

Internationalisierung erfordert typischerweise:

  1. Auf eine Art und Weise zu designen und entwickeln, die Barrieren für Lokalisierung oder internationalen Einsatz beseitigt. Dies umfasst solche Sachen wie die Ermöglichung des Gebrauchs von Unicode oder gegebenenfalls das Sicherstellen der korrekten Handhabung von alten Zeichenkodierungen, das Aufpassen bei der Verkettung von Zeichenfolgen, das Vermeiden von Abhängigkeiten im Code von Zeichenkettenwerten in Benutzeroberflächen und so weiter.
  2. Unterstützung für Funktionen zu bieten, die bis zum Einsatz von Lokalisierung nicht verwendet werden dürfen. Dies betrifft zum Beispiel das Hinzufügen von Markup in Ihrer DTD, um bidirektionalen Text zu unterstützen oder um Sprache zu identifizieren. Oder auch, um CSS durch die Unterstützung von vertikalem Text oder andere typographische und nicht-lateinische Merkmale zu ergänzen.
  3. Code so zu gestalten, dass er lokal, regional, sprachlich oder kulturell in Beziehung stehende Präferenzen unterstützt. Dies bedeutet für gewöhnlich, vordefinierte Lokalisierungsdaten und -merkmale einzubeziehen, die existierenden Programmbibliotheken oder Nutzereinstellungen entstammen. Beispiele hierfür sind Daten- und Zeitformate, örtliche Kalender, Zahlenformate und numerische Systeme, Sortierung und Darstellung von Listen, Handhabung von persönlichen Namen und Adressformen und so weiter.
  4. Lokalisierbare Elemente aus Quelltext oder Inhalt zu trennen, so dass lokalisierte Alternativen auf Basis der internationalen Einstellungen des Benutzers wie gerade erforderlich geladen oder ausgewählt werden können.

Beachten Sie, dass diese Punkte nicht unbedingt die Lokalisierung des Inhalts, der Anwendung oder des Produkts in einer anderen Sprache einbeziehen; sie entsprechen Design- und Entwicklungspraktiken, die einer solchen Migration ermöglichen, leicht und zukünftig zu geschehen, und die hingegen signifikanten Nutzen mit sich bringen können, selbst wenn keine Lokalisierung stattfindet.

 

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