Begriffserklärung: Lokalisierung

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Nach der Internationalisierung der Software kann die Lokalisierung (engl. localization, abgekürzt L10n; 10 Buchstaben zwischen L und n) erfolgen. Die Lokalisierung beschreibt die Übersetzung der mit der Internationalisierung eingefügten, sprachunabhängigen Variablen bzw. Funktionen in eine gewünschte Zielsprache. Die Lokalisierung muss einmal pro Sprache durchgeführt werden und muss idealerweise nicht vom Programmierer vorgenommen werden, sondern kann auch durch einen Übersetzer erledigt werden. Neben der Übersetzung von Texten gehört auch die Anpassung der Darstellungen von Zahlenwerten, wie ganzen Zahlen, Dezimalzahlen, Datums- und Zeitwerten und Währungsformaten zur Lokalisierung, und zwar sowohl für die Eingabe als auch für die Ausgabe solcher Werte.

Lokalisierung

Lokalisierung

Lokalisierung ist die Erstellung von sprachlich, kulturell und technisch an einen lokalen Markt angepassten Produkten und Dienstleistungen.

Lokalisierung ist mehr als das bloße Übersetzen

Ein professioneller Übersetzer wird sich immer darum bemühen, einen auf die Zielgruppe maßgeschneiderten Text zu liefern. Das allein ist aber nicht genug. Ähnlich wie industrielle Produkte diverse Modifikationen durchlaufen, um auf einem Markt in Übersee erfolgreich zu sein, so müssen auch Software, Online-Hilfen und Handbücher mit Bedacht und Know-how lokalisiert und getestet werden, um interkulturelle Missverständnisse oder kostenaufwendige Fehler vorn vornherein auszuschließen.

Eine solche Aufgabe verlangt daher nicht nur hochqualifizierte Übersetzer, sondern auch erfahrene Lokalisierungsspezialisten, die sich mit Computern wie in ihrer Westentasche auskennen.

Damit ein Unternehmen und ihre Produkte im globalen Wettbewerb immer ganz vorne stehen, ist es erforderlich, Dokumentationen genau auf die Zielgruppe abzustimmen. Je nach Kulturkreis reicht die Übersetzung technischer Dokumentation in die jeweilige Landessprache jedoch nicht aus. Die Übersetzung technischer Dokumentation stellt vielmehr einen Teil eines umfassenden Lokalisierungsprozesses dar. Neben der Übersetzung technischer Dokumentation kann dieser Prozess auch die Anpassung der Dokumentationen an landesstypische und kulturelle Besonderheiten der Zielregion enthalten.

Lokalisierung technischer Dokumentation

Der Prozess der Lokalisierung technischer Dokumentation beginnt bereits mit der Erstellung. Deshalb müssen Technischen Redakteure im Hinblick auf internationale Standards und übersetzungsgerechtes Schreiben geschult werden. Technischen Redakteure und Übersetzer müssen während des gesamten Dokumentationsprozesses eng zusammenarbeiten.

Wenn es als unbefragte Selbstverständlichkeit zu gelten hat, dass jede Käuferin und jeder Käufer ein Recht darauf hat, ein erworbenes Gerät, eine Software oder ein Werkstück optimal und gefahrlos nutzen zu können, dann muss die beigegebene Technische Dokumentation dafür die Voraussetzungen schaffen. Insofern mag es verwunderlich erscheinen, dass es rechtlicher Regelungen bedürfen sollte, den Nutzern zu einer Dokumentation in einer Sprache zu verhelfen, mit der sie selbst vertraut sind, und das ist für die meisten Menschen die Sprache, die in ihrem unmittelbaren gesellschaftlichen Umfeld gesprochen wird.

Sprache ist nicht nur irgendein Verständigungsmittel neben anderen; Sprache ist die wichtigste Kulturtechnik der Menschen. Sie ermöglicht es, so etwas wie kulturelle Identität zu entwickeln und zu bewahren. Deshalb reicht es nicht aus, den Umgang mit wichtigen und notwendigen Objekten des Alltags- und Berufslebens durch ein abstraktes Zeichensystem zu ermöglichen; Übersetzen von einer Sprache in eine anderen in diesem ‚verdünnten‘ Sinn ist zu wenig. Was aber das ‚Mehr‘ ausmacht, darum geht es in einer ganzen Reihe von Beiträgen in diesem Band.

Es bedarf überhaupt nicht des inzwischen arg strapazierten und auch ideologisch aufgeladenen Begriffs der Globalisierung, um uns deutlich zu machen, dass wir ohne Produkte aus anderen Ländern und ohne die Möglichkeit, unsere Erzeugnisse in andere Länder zu exportieren, nicht überleben können. In beiden Fällen sind Fachleute für Technische Dokumentation an der Erstellung der notwendigen Dokumentationstexte beteiligt.

Quelle: tekom.de

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Mustafa Acar

Mustafa Acar ist Business Architect aus Stuttgart und befasst sich gerne mit Themen rund um Mixed Reality, Technische Dokumention, Content Development und der dazugehörigen technischen Umsetzung. Als studierter Kommunikation und Medienmanager hat er zudem eine große Sympathie für benutzerspezifische produktorientierte Informationsaufbereitung.